"Internet der Dinge" ist einer der Slogans des Jahres und kommt mit "Smart Home" zu Hause an. Smart-Home-Lösungen findet man in jedem Elektronik-Prospekt,- und damit sollten die Geräte auch massentauglich sein.

Ich habe es ausprobiert.
Es gibt inzwischen am Markt eine ganze Reihe von Lösungen.
Man unterscheidet zwischen Smart-Home Lösungen für Energieeffizienz, Sicherheit und Komfort.
Ich habe mich zuerst für Energieeffizienz entschieden,- das bekomme ich am Besten bei meiner Frau durch.
Ich lasse mich vom Baumarkt-Prospekt inspirieren und schaue mir die MAX! Heizungssteuerung von eQ-3 / ELV an.

Warum haben Smart Home Thermostaten generell Plastik-Überwurfmuttern?
Jeder billige mechanische Thermostat hat hier ein solides Metallrändel.
Und der Satz an Adaptern für die verschiedenen Thermostate macht das Gebilde mechanisch nicht stabiler.
Mechanische Thermostatköpfe kauft man passend zum Thermostat.
Außerdem ist der spitze Stift im Max! Basic (siehe unten) überhaupt nicht nachvollziehbar. Mein mechanischer Thermostat hat hier eine Pfanne, und das ist auch gut so.

Der Preis ist heiß.
Das Steuergerät kostet ganze 40 EUR und stellt Funkzentrale, LAN-Gateway und zentrale Intelligenz dar.
Funk-Thermostate gibt es ab 20 EUR, und mir gefallen die optisch gut.

Die Installation ist simpel.
MAX! Cube mit dem LAN verbinden, kleine Software auf einem PC installieren.
Der Cube wurde sofort gefunden.
Nun lernt man die Funk-Thermostate an, gibt ihnen Namen und weist sie Räumen zu.
Die Reichweite ist gut, wenigstens so groß wie WLAN, eher wie DECT.
Am PC werden bequem und einfach Wochenprogramme, Tag- und Absenktemperatur programmiert.
Die Einstellungen der Software werden in den Cube hoch geladen,- die Software ist anschließend für den Betrieb nicht erforderlich.

Und da ist das erste Aha-Erlebnis: ohne weiteres Zutun fahren ab sofort alle Heizkörper in einem Raum synchron! Alle Änderungen an einem Thermostat werden innerhalb weniger Sekunden auf die anderen Thermostate übertragen, angeblich sogar ohne Kontakt zum Cube. Es ist nur ein Wochenprogramm pro Raum erforderlich. Offsets der Heizkörper sind möglich.

Wenn man den Max! Cube mit einem (neuerdings kostenlosem) Onlinekonto verbindet, kann man die Heizung komfortabel per App oder Browser aus dem Internet steuern.
Es gibt eine Reihe von Apps anderer Anbeiter, die unter anderem auch die Raumtempereratur und Ventilstellung zurück melden. Es macht Spaß, am Handy die Raumtemperatur zu sehen und zu regeln.
Erst später habe ich begriffen, dass die App zwar im LAN direkt auf die IP des Cube zugreift, aber trotzdem ohne Internet nicht funktioniert.

Leider kam der Wermutstropfen einige Tage später.
Das Kinderzimmer war zum Schlafen auf 17 Grad eingestellt, und beim Kontrollgang trifft mich der Hizschlag. Gute 30 Grad Raumtemeratur! Der Thermostat schließt nicht, egal was ich einstelle. Ich montiere in ab.
Dieses Spiel wiederholt sich in den nächsten Wochen ohne erkennbares System in allen Räumen.
Ursache war die eigenwillige Mechanik: ein spitzer Stift des Thermostaten trifft auf den spitzen Stift des Ventils. Besonders durchdacht wirkt das nicht.
Ich fand den Tip in einem Forum: Mit einer aufgeklebten M3-Mutter wird der Stift zur Pfanne und es funktioniert nun.

Insgesamt ist die Lösung preisgünstig und ein echter Komfortgewinn. Leider ist sie absichtlich inkompatibel zu anderen Systemen, selbst beim gleichen Hersteller. Hier muß man sich gut überlegen, was man zukünftig noch will.
Fast wöchentlich erscheinen neue Lösungen auf dem Markt, hier herrscht echte Aufbruchstimmung. TP-Link hat jetzt einen WLAN-Router mit ZigBee / Z-Wave Funkmodul angekündigt. Sehr spannend.

Published: 05.12.2016


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