Uwe`s Foto-Lexikon

Inhalt


Blende
oder Apertur, F Top Anfang
Größe der Lichteintrittsöffnung im Objektiv,
Maß für die Lichtstärke des Objektivs,
beeinflußt die verfügbare Lichtmenge und die Schärfentiefe.
übliche Blendenwerte: F = 1:1.8 - 1:16
Spitzenwerte: 1.2 - 32 (Angabe 1:x wird meist weggelassen)
  • große Zahlenwerte (Bsp.: Blende 16) bedeuten kleine Blendenöffnung, d.h. wenig Licht
  • kleine Werte (Bsp.: Blende 1.4) bedeuten große Blendenöffnung
  • voller Lichteinfall ohne Abblendung, (d.h. kleinste Blendenzahl) ist ein Maß für die Güte des Objektivs
  • je kleiner der Blendenwert, um so weniger Umgebungslicht reicht zum Fotografieren aus
PRAXIS:
  • Zoomobjektive sind lichtschwächer als Objektive mit Festbrennweiten.
  • Gezielte Arbeit mit Blendenwerten ist im Kameraprogramm "Blendenvorwahl" oder "Manuell" möglich.
    BLENDENVORWAHL: Blende wird fest vorgegeben, die Kamera berechnet je nach Lichtsituation die passende Belichtungszeit.
BEISPIEL:
Die Olympus C-4040C hat Blende 1.8 - 10 im Weitwinkel- und 2.6 - 11 im max. Tele-Modus.
Das ist für ein 3-fach Zoomobjektiv recht gut.
Belichtungskorrektur im Automatikbetrieb um +/- 2 Stufen möglich.


BELICHTUNGSZEIT
oder SHUTTER Top Anfang
Dauer des Lichteinfalls auf den Film bzw. das CCD-Element,
beeinflußt die Lichtmenge und Bildstatik bzw. Dynamik.
übliche Werte: 1/8 sek. - 1/250 sek.
Spitzenwerte: unendlich - 1/8000 sek.
  • längere Zeiten führen zu Verwischeffekten, Bewegung, Bilddynamik, Verwackeln
  • die verwacklungsfrei mögliche Belichtungszeit ist abängig von der Brennweite! (Beispiel siehe unten)
    Faustregel: maximal mögliche Belichtungszeit = 1 / Brennweite .
  • ab ca. > 1/60 sek. verwackel ich beim Normalobjektiv, max. 1/45 sek. bei Ruhe, in Aufregung ist schon 1/90 sek. kritisch (Stativ!)
  • mit Stativ kann man Menschen durchaus noch mit 1/15 sek. verwackelungsfrei fotografieren (Motiv in Ruhe!)
  • Sportaufnahmen, Vogel im Flug usw. erfordern extrem kurze Belichtungszeiten (1/1000 sek.) und das erfordert wiederum sehr viel Licht
Alternativen zum Vermeiden von Verwackeln:
  • Kamera mit Objekt mitführen (Hintergrund in Bewegungs-Unschärfe, Objekt scharf)
  • Objekt frontal, nicht quer zur Bewegungsrichtung aufnehmen
  • kürzere Brennweite benutzen
  • oder einfach kürzer belichten
PRAXIS:
  • Gezielte Arbeit mit der Belichtungszeit ist durch Programm "Zeitvorwahl" oder "Manuell" möglich.
    ZEITVORWAHL: Belichtungszeit wird fest vorgegeben, die Kamera berechnet je nach Lichtsituation die passende Blende (ggf. Korrektur, z.Bsp.: +/- 2 Stufen möglich).
BEISPIEL:
Die Olympus C-4040Z hat 16 sek.-1/800 sek. Belichtungszeit.
Gute Kameras erlauben neben den Programmen Vollautomatik, Blendenvorwahl, Zeitvorwahl (mit geringer Korrekturmöglichkeit wie +/-2) auch ein Programm für völlig manuelle Parametereingabe.
Die Olympus C-4040Z hat außerdem noch eine Funktion "Belichtungsreihe". Testaufnahmen kosten ja nix.

BEISPIEL zur Faustregel der freihändig zu haltenden Belichtungszeit:
Normalobjektiv Brennweite 50mm => max. Belichtungszeit 1/50 sek,
Teleobjektiv Brennweite 300mm => max. Belichtungszeit 1/300 sek!
Weitwinkelobjektiv Brennweite 28mm => max. Belichtungszeit 1/30 sek.

BLITZBETRIEB:
Die Blitzleuchtzeit beträgt üblicherweise ca. 1/60 sek.
Die meisten Kameras synchronisieren bei Blitzautomatik auf 1/60-1/90 sek. und wählen nur die passende Blende.
Änderungen sind aber durchaus sinnvoll:
• Kürzere Zeiten bedeuten Lichtverlust des Blitzlichtes, dafür aber eventuell mehr Statik.
• Längere Zeiten: Beispiel Nachtaufnahme vom Stativ mit Blitz, 30 sek., Blitz beleuchtet kurz das Motiv (Person) im Vordergrund, Langzeitbelichtung für den Hintergrund.
Bei einigen Kameras kann man wählen, ob der Blitz bei Aufnahmebeginn oder Aufnahmeende auslösen soll.
Beispiel: Nachtaufnahme Straße,- die Lichtspur mit Auto am Ende (Blitz zum Schluß) oder Auto mit weiterlaufender Lichtspur (Blitz am Anfang).


LICHTEMPFINDLICHKEIT
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Die Lichtempfindlichkeit wird vom verwendeten Film bzw. vom CCD-Element der Digitalkamera bestimmt.
Je höher die Filmempfindlichkeit, um so weniger Licht wird für die Ausleuchtung des Bildes benötigt.
Aber: höhere Filmempfindlichkeit bedeutet grobkörnigeres Bild ! (siehe Auflösung)
übliche Werte: 21 DIN - 27 DIN, entspricht 200 ASA - 400 ASA (ASA heute üblich)
Filme verfügbar: 100 ASA - 800 ASA (800= sehr lichtempfindlich/grobkörnig)
PRAXIS:
Die Olympus C-2020Z hat 100/200/400 ASA und schaltet im Automatik-Mode bei wenig Licht automatisch von 100 auf 400 ASA herunter (deshalb dann grobkörniger!).
In den Programm-Modes (Blendenvorwahl/Zeitvorwahl) wird die Empfindlichkeit manuell eingestellt und bleibt so.


BRENNWEITE
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Maß für den Bildwinkel / den Zoom
übliche Werte:35 - 110 mm
Spitzenwerte:Weitwinkel: <25 mm
Tele: >1000 mm
Die Werte beziehen sich eigentlich nur auf das Kleinbildformat (36mm Negative).
Zur besseren Vergleichbarkeit werden aber auch Digitalkameras, Videokameras usw. mit diesen Werten angegeben. (also: "Brennweite entspricht xxx bei Kleinbild")
Normalobjektiv = 50 mm Brennweite
Alle Werte darunter gelten als Weitwinkelobjektiv.
Alle Werte darüber gelten als Teleobjektiv.
• Weitwinkel wird in engen Räumen benötigt. Es verzeichnet aber Perspektiven. (Fischauge-Effekt, stürzende Gebäude)
• Portrait-Fotografie: üblich ca. 70 mm
• Teleobjektive holen das Motiv näher heran.
Man unterscheidet Festbrennweiten und Zoomobjektive mit veränderlicher Brennweite.
Zoom ist flexibler, aber Festbrennweitenobjektive sind technisch besser.
(weniger Verzeichnung, höhere Lichtstärke-> Blende 1.4 oder besser)
Profis im Studio fotografieren mit Festbrennweite, rasende Reporter mit Zoom.
Achtung! Die verwacklungsfrei mögliche Belichtungszeit hängt von der Brennweite ab! (-> Belichtungszeit)

PRAXIS:
Die Olympus C-4040Z hat eine Brennweite von 35 - 105 mm (opt. 3fach Zoom) + digitalen 2.5fach Zoom.
Digitaler Zoom bedeutet, die Kamera kann (unabhängig vom optischen Zoom) zu Lasten der Auflösung vergrößern. Das macht nur Sinn, wenn man nicht mit maximal verfügbarer Kameraauflösung arbeitet. Sonst kann man genauso später im Grafikprogramm vergrößern (Interpolation mit Qualitätsverlust!)
Spiegelreflexkameras haben Wechselobjektive (mit unterschiedlicher Brennweite und Lichtstärke).


SCHÄRFENTIEFE
oder (fälschlich) Tiefenschärfe Top Anfang
Schärfebereich vor und hinter dem Objekt
Die Schärfentiefe ist umso größer, :
  • je kleiner die Blendenöffnung (d.h. je größer die Zahl!)
  • je größer die Aufnahmeentfernung
  • je kleiner der Abbildungsmaßstab (Brennweite) -> Weitwinkel
Trotzdem ist beim Weitwinkelobjektiv eigentlich die Schärfentiefe nicht größer, weil man für gleiche Abbildungsgröße viel näher an das Objekt heran muß.
Den größten Einfluß auf die Schärfentiefe hat der Blendenwert.
Wer es genauer wissen will, findet hier eine gute Erklärung.

PRAXIS:
Für gezielte Unschärfe im Hintergrund:
Blende 2.0 oder kleiner verwenden, nah an das Objekt herangehen, das Objekt möglichst weit vom Hintergrund weg.
Hier sieht man, weshalb nur Profis die tollen Katalogbilder mit unscharfem Hintergrund hinbekommen:
Die Kaufhaus-Objektive für 100-200 EUR haben alle Lichtstärken ab 4.0 !
Gute Portrait-Objektive kosten gut 500,- EUR und haben meist keinen Zoom.
Die Olympus C-4040Z ist mit F = 1,8..2,6 sehr gut für eine DigiCam.


Scharfeinstellung:
oder Focussierung Top Anfang
Fixfocus
Die Kameraoptik ist auf maximalen Schärfentiefenbereich getrimmt und erlaubt keine Entfernungseinstellung.
Vorteil: preiswert, sehr schnell beim Auslösen (-> 150 EUR- Kameras)
Nachteil: eingeschränkter Entfernungsbereich (2m - unendlich), keine kleinen Blendenwerte möglich (lichtschwach)
Autofocus
Automatische Entfernungseinstellung
je nach Preisklasse sind verschiedene Verfahren möglich:
Kontrastmessung: Bild wird als scharf interpretiert, wenn der Bildkontrast maximal ist.
Das ist das übliche Verfahren, auch meine Kameras arbeiten so.
Nachteil:
- verlangsamt das Auslösen deutlich (je nach Kamera / Preisklasse)
- Focussierung funktioniert nicht bei einfarbigen, gleichmäßigen Flächen (kein Kontrast)
- Focussierung funktioniert nicht bei Dunkelheit.
Abhilfe schafft ein Meßlicht von der Kamera oder ein Meßblitz.
( Begrenzte Reichweite, das Auslösen wird noch träger. )
Echomessung: Entfernung wird per Infrarot- oder Radarecho gemessen.
Das geht schnell, bei jedem Licht und jedem Kontrast.
Nachteil: teuer, geht nur bis zum 1. Hindernis im Meßstrahl (z.Bsp. Glasscheibe!)
Manuelle Focussierung
• ermöglicht bewußte Schärfe vor oder hinter dem Objekt
• Kamera löst gegenüber Autofocus schneller aus (geplanter Schnappschuß)
• man muß aber noch selber denken


Weißabgleich:
oder Weißbalance, WhiteBalance, WB Top Anfang
Farbkorrektur bei digitalen Kameras
Beim klassischen Fotoapparat gibt es Filme für Tageslicht oder Kunstlicht bzw. Vorsatzfilter zur Farbkorrektur für verschiedene Lichtverhältnisse. (Gebirge mit erhöhtem UV-Anteil, Neonlicht mit starkem Blaustich, trüber Tag mit Grün-blau-Stich, farbige Lampen)
Die Digitalkamera ist meist mit einem automatischen Weißabgleich ausgestattet, der diese Denkaufgabe abnimmt.
In Grenzsituationen ist es aber sinnvoll, diese Automatik abzuschalten. Einige Kameras haben eine manuelle Kalibrierung, die meisten Kameras haben optimierte Programme für Sonne, Trüb, Kunstlicht oder Neonlicht.


Auflösung:
  Top Anfang
Anzahl der im Bild verfügbaren Bildpunkte
Die Auflösung wird bei der klassischen Kamera durch das Filmformat (Plattenkamera, Rollfilm, Kleinbild, Microfilm) sowie durch den verwendeten Film (siehe Lichtempfindlichkeit) bestimmt.
Bei Digitalkameras wird die Auflösung vom verwendeten CCD-Element bestimmt. Die maximale Auflösung ist hier ein wichtiges Qualitäts- und Preismerkmal.
Die tatsächlich benötigte Auflösung hängt aber vom Anwendungsfall ab. Bei Foto`s für das Internet genügt eine Auflösung von 640 x 480 Pixeln. (entspricht Standard VGA - Auflösung am PC) Auch für den Ausdruck mit einfachen Tintenstrahldruckern geringer Farbtiefe ist diese Auflösung durchaus schon nutzbar. Für Fotodrucker und fotorealistische Ausdrucke, Ausschnittvergrößerung oder Nachbearbeitung ist das aber unakzeptabel. Je nach Ansprüchen ist hier eine Auflösung von 1 bis 2 MegaPixel (siehe Tabelle unten) Pflicht. Momentan sind 4 MegaPixel-Kameras Stand der Technik. Wichtig ist aber die physische Auflösung. Einige Hersteller erhöhen die Auflösung durch Interpolation, wie es auch bei Scannern üblich ist oder per Bildbearbeitungs-Software im Nachhinein jederzeit möglich ist. Dabei werden lediglich Zwischenpunkte zwischen den tatsächlich vorhandenen Pixeln hereingerechnet. Es kommen also keine Details hinzu.
Je höher die verwendete Auflösung, um so höher ist natürlich der Speicherverbrauch. Es passen also weniger Bilder auf ein (gleich großes) Speichermedium.
Inzwischen kann man im Fotolabor Bilder per Fotobelichtung in echter Fotoqualität (und hier meine ich wirklich Fotoqualität!) von digitalen Bildquellen herstellen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Auflösung gängiger Digitalkameras und die damit jeweils mögliche Bildgröße bei optimaler Qualität. (Quelle: diverse Digital-Labors)

Die meisten Digitalkameras zeichnen mit 72 dpi auf. Das bedeutet, daß auf einen Zoll (25,4 mm) 72 Punkte dargestellt werden.
Beim Druck verwendet man etwa 150 dpi für gute bzw. 300 dpi für sehr gute Bildqualität.
Bei gleicher Kameraauflösung (z.Bsp 640 x 480) kann man also
bei 150 dpi auf eine Fläche von
Länge: 640 (Pixel) / 150 (Pixel je Zoll) = 4,27 Zoll = 108,4 mm
Breite: 480 (Pixel) / 150 dpi = 3,2 Zoll = 81,28 mm
10,8 x 8,1 cm
und bei 300 dpi nur auf eine Fläche von
Länge: 640 (Pixel) / 300 (Pixel je Zoll) = 2,13 Zoll = 54,19 mm
Breite: 480 (Pixel) / 300 dpi = 1,6 Zoll = 40,64 mm
5,4 x 4,1 cm
verlustfrei ohne Interpolation vergrößern.

Daraus läßt sich folgende Tabelle berechnen:
Bildgröße
Digitalkamera
( 3:4 )
Sensor-
Auflösung
in Pixel
Bildgröße
Fotopapier
( 2:3 )
Seiten-
verhältnis
Rechnerisches
Bildformat
bei 300 dpi in cm
Optimales
Standard-
format in cm
480 x 640 350.000 432 x 648 4 : 3 4,06 x 5,42 Passbild
768 x 1.024 850.000 576 x 864 4 : 3 6,50 x 8,67 6 x 8
960 x 1.280 1,31 Mio. 768 x 1152 4 : 3 8,13 x 10,84 9 x 13
1.024 x 1.536 1,68 Mio.   3 : 2 8,67 x 13,00 10 x 15
1.200 x 1.600 2,1 Mio. 1024 x 1536 4 : 3 10,16 x 13,55 10 x 15
1.200 x 1.800 2,3 Mio.   3 : 2 10,16 x 15,24 13 x 18
1.536 x 2.048 3,1 Mio 1536 x 2.048 4 : 3 13 x 17,34 13 x 18
2.048 x 3.072 6,2 Mio   3 : 2 17,36 x 26,05 20 x 30
3.000 x 4.500 13 Mio   3 : 2 25,4 x 38,1 30 x 45
4.000 x 6.000     3 : 2 33,87 x 50,8 40 x 60
5.000 x 7.500     3 : 2 42,33 x 63,5 50 x 75

In der Praxis kann man mit vertretbaren Kompromissen durchaus das nächstgrößere Ausgabeformat wählen. Bei weiterer Vergrößerung wird das Bild aber grobkörnig und bekommt Treppeneffekte.

Links zum Thema
www.steves-digicams.com/digsoftware.html Software-Downloads zum Thema DigiCam
www.digitalkamera.de super Kamera-Übersicht, Tests, Foren..
www.stack.de/fotorecht-faq.pdf Foto - Recht
www.digicamfotos.de Praxis-Tipps Fotografie + EBV

Letzte Aktualisierung 30.01.2010 [Home] Fehler, Ergänzungen, Hinweise ?
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